Hinter der Fassade: So leiden Schweine bei Agrarlobbyisten

Animal Rights Watch e.V. veröffentlicht erschreckendes Videomaterial aus familiengeführten Schweinemastbetrieben, für die zwei einflussreiche Agrar-Lobbyisten mitverantwortlich sind. Zerkratzte und verletzte Schweine, wundgebissene Schwänze und Ohren; Mastdarmvorfälle und Nabelbrüche bestimmen das Bild. Wenn derart extremes Leid schon in Betrieben an der Tagesordnung ist, bei denen führende Branchenvertreter eine Mitverantwortung tragen, was sagt das erst über den generellen Zustand in Deutschlands Tierindustrie aus?

3. Februar 2022, Nordrhein-Westfalen

Der Spiegel berichtet mit Videomaterial von ARIWA.

Elend, Leid und Tod sind Alltag in der Tierindustrie

In der Tierindustrie bestimmen Elend, Leid und Tod den Alltag – auch in den Betrieben von Lobbyvertretern. Das zeigen aktuelle Aufnahmen aus den Familienbetrieben von zwei führenden Agrar-Lobbyisten von Ende August 2021.

Einer dieser Betriebe gehört einem Schweinemäster, der nicht nur als Vorstandsmitglied und Vizepräsident in führenden Branchenverbänden tätig ist, sondern auch der sogenannten Borchert-Kommission angehört, die im Auftrag der Bundesregierung Vorschläge für mehr „Tierwohl“ in Deutschland erarbeiten soll. In seinem eigenen Betrieb sieht „Tierwohl“ jedoch so aus: zerkratzte und verletzte Schweine mit wundgebissenen Schwänzen und Ohren; schmerzhafte Mastdarmvorfälle und Nabelbrüche; chronisch entzündete Augen aufgrund der Ammoniakdämpfe. Dazu furchtbarer Gestank und drangvolle Enge.

„Tierwohl“ als Zukunftsmodell?

Auch in der familiengeführten Schweinemast, für die ein zweiter Schweine-Lobbyist verantwortlich ist, sind für die Tiere schwere Verletzungen, verkotete Betonspaltenböden und unendliche Monotonie lebenslanger Alltag. Als Mitglied der „Initiative Tierwohl“ erhält dieser Betrieb Prämienzahlungen dafür, dass er die „gehobenen“ Kriterien der Stufe 2 erfüllt. Außer etwas Stroh als Beschäftigungsmaterial und geringfügig mehr Platz ändert sich für die Schweine dadurch allerdings nichts.

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Das System Tierleid beenden!

Die Bilder aus diesen Betrieben zeigen aufs Neue: Auch dort, wo führende Branchenvertreter eine Mitverantwortung für die Tiere tragen, ist das Leben und das Wohlbefinden dieser fühlenden Lebewesen nichts wert. Daran ändern auch Werbekampagnen, Kommissionen und ‚Initiativen‘ nichts. Und dass das Geschäft mit dem Tierleid insgesamt von Politik und Gesellschaft nicht infrage gestellt, sondern sogar gefördert wird, dafür sorgen Lobbyisten wie diese und ihre mächtigen Verbände.

Dabei ist dieses grausame System weder notwendig noch alternativlos. Wir alle können uns lecker und gesund rein pflanzlich ernähren. Das nützt nicht nur den Tieren, sondern auch dem Klima, der Artenvielfalt und der Nachhaltigkeit unserer verfügbaren Ressourcen“, so Franz weiter. Die Politik muss endlich beginnen, die Landwirt*innen beim Ausstieg aus der Tiernutzung zu unterstützen und den Anbau hochwertiger pflanzlicher Lebensmittel zu fördern.

Stand: 02/2022 | Text: © Animal Rights Watch e.V. | Bilder: © Animal Rights Watch e.V.

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