Tierleid bei Sprecher von Bauernprotesten

Animal Rights Watch (ARIWA) veröffentlicht aktuelles Videomaterial aus der Schweinezucht und -mast eines Sprechers der Bäuer*innen, die seit Monaten mit Treckern gegen mehr Umwelt- und Tierschutz in der Landwirtschaft protestieren – gleichzeitig leiden 1.250 Sauen in der Schweinezucht eines der führenden Köpfe der Proteste.

21. August 2020, Mecklenburg-Vorpommern

Spiegel Online berichtet heute exklusiv mit aktuellem Videomaterial von ARIWA.

Tote, kranke und verletzte Tiere

In der Schweinezucht und -mast in Mecklenburg-Vorpommern werden die Tiere in so engen Kastenständen gehalten, dass sie im Liegen nicht einmal ihre Beine ausstrecken können. Eine Sau wurde tot im Abferkelgitter vorgefunden. Sie war offenbar kurz nach der Geburt ihrer Ferkel gestorben. Eine andere Sau litt unter extremen Entzündungen an den Zitzen. Wie meist in dieser Branche zeigen die Aufnahmen unzählige verletzte, sterbende und tote Ferkel, um die sich niemand kümmert.

System Tierindustrie nicht reformierbar

Die Zustände in dieser Schweinezucht spiegeln den Branchendurchschnitt wider. Die Bilder zeigen, wie viel Leid und Elend im System Tierhaltung stecken. Einem System, von dem die protestierenden Landwirt*innen meinen, es sei in bester Ordnung und die Politik solle sich nicht einmischen.

Doch gerade die Politik sehen wir hier in der Pflicht. Um das Leid der Tiere zu beenden, brauchen wir mehr als kleine Reformen. Ein radikaler Kurswechsel in der Agrarwirtschaft ist lange überfällig: weg von der Tierhaltung, hin zu einer pflanzenbasierten Landwirtschaft nach ökologischen Prinzipien und ohne Tiernutzung. Das ist zugleich eine der besten Chancen, die wir noch haben, um die bereits im Gang befindliche Umwelt- und Klimakatastrophe zumindest abzumildern.

Für bio-vegane Landwirtschaft

Die sogenannte bio-vegane Landwirtschaft wird bereits seit Jahrzehnten von zahlreichen Betrieben auf der ganzen Welt erprobt und mit Erfolg praktiziert. Es ist eine Umstellung, die sich lohnt. Denn so können wir eine Form der Nahrungsmittelproduktion erreichen, die sowohl den ökologischen Erfordernissen als auch unseren heutigen moralischen Werten entspricht. Und wir können damit dem verständlichen Wunsch der Landwirt*innen nachkommen, nicht stets aufs Neue die Buhmänner der Nation zu sein, sondern die Anerkennung zu bekommen, die sie für unser aller Ernährung eigentlich verdienen.

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Stand: 08/2020 | Text: © Animal Rights Watch e.V. | Bilder: © Animal Rights Watch e.V.

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